“Wenn aber jeder, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten.” (Johannes 16, 13)
Ängstlich blieben die Jünger zurück. Der Herr hatte ihnen verheißen, den Geist der Wahrheit zu senden, der sie stärken, leiten, erleuchten sollte, aber sie warteten noch – bis auch diese Zeit des Wartens erfüllt war.
Wir sollten die Zeiten des Wartens nicht ungeduldig gering schätzen. Gott lässt warten, damit das Gefäß der von ihm zugemessenen Zeit sich füllen kann : mit Vertrauen, Geduld, Gehorsam, mit Kraft für zukünftige Aufgaben. Das Volk Israel musste immer wieder warten lernen auf die Erfüllung der Verheißung Gottes. Jesus musste lange Jahre warten, bis die Zeit seines öffentlichen Wirkens gekommen war. Die Christenheit wartet auf die Zukunft und Wiederkunft ihres Herrn. Warten, bis die Zeit erfüllt ist.
Gottes erfüllte Zeit wird zur Zeit der Pfingsten, in der sein heiliger Geist auf sterbliche Menschen ausgegossen wird. Als Siegel und Bestätigung der Zusage, die Jesus hinterlassen hat : Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende ! Auf der Gemeinde Jesu Christi ruht der Segen der Unzerstörbarkeit, ruht die Zusage jenes Leben, das Menschen nicht vernichten können. Denn Gottes Zeit war erfüllt. Es konnte Pfingsten werden.
Es kann auch heute bei uns noch immer Pfingsten werden. Überall dann und da, wo wir um Gottes Geist bitten, erfüllt sich der Tag der Pfingsten noch heute, mitten unter uns. Und der Geist der Wahrheit gibt allen, die ihm vertrauen, die Kraft zum Zeugnis, wenn sie sich von ihm leiten lassen.
“Du Heiliger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern; mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn. O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, dass wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund. Amen.” (EKG 108, 7)




